• Elisa Weiß

10 Jahre Berlin

... bevor ich es vergesse: Werbung durch Markennennung von Dienstleistern/Personen - alles rein meine Meinung und nur eine Empfehlung meinerseits || Produkte selbst gekauft ...

Hallo meine Lieben,

ich finde den Beitrag relativ passend um mich wieder erneut "Zurück zu melden".

Ehrlicherweise fehlte mir die Motivation, Urlaub und - vor allem - die Zeit und die Muse hier irgendwie kreativ zu werden.

Urlaub ist zumindest in greifbarer Nähe, aber die Tatsache, dass der Letzte im Mai war, macht das alles nicht viel besser. Aber BALD!

Genervt von vielen Faktoren war ich tatsächlich drauf und dran alles weg zu schmeißen - einfach zu löschen und offline zu leben.

Aber da war ich nun - zu Hause an einem Wochenende - alleine, weil der Mann arbeiten musste und legte Wäsche zusammen. Der Haushalt macht sich schließlich nicht von alleine.

Der August ist für mich persönlich verändernd, da da einiges passiert ist.

Nicht nur, weil da meine Oma letztes Jahr verstorben ist, sondern auch die Tatsache, dass ich dieses Jahr seit ziemlich genau 10 Jahren in Berlin wohne.

In den 10 Jahren habe ich - meines Erachtens - relativ viel erlebt, wobei es in den letzten Jahren mehr Realität und Alltag wurde als am Anfang. Naja, man wird halt auch nicht jünger und irgendwie will man auch nicht auf jeder Hundehochzeit sein... Nennt man vielleicht auch Erwachsenwerden.

Am 31. August 2010 (also heute, wenn der Beitrag online geht) haben mich meine Eltern mit den nötigsten Sachen nach Berlin geschafft - in meine erste Wohnung.

Der richtige Umzug sollte erst an dem Wochenende darauf erfolgen...

Oh Goth, war das alles aufregend.

Die Vorstellung - meine eigenen Vierwände - machte mich innerlich glücklich, aber als es Ernst wurde, meine Eltern wieder Richtung Heimat gefahren sind und ich auf einmal ALLEIN (!!!) in der Kiautschoustraße 3 war, war es mir ziemlich flau im Magen und ich fühlte mich alleine. Ich kann mich noch erinnern: es liefen Tränen.

Auch war ich damals nicht so selbstbewusst wie heute, was das alles noch schwieriger machte.

Am 01. September 2010 begann meine Ausbildung und das fiel mir nicht leicht.

Die ersten Monate waren ein Kraus für mich und ich hatte tatsächlich Panik, die Probezeit nicht zu bestehen, da ich in Mathe nicht so eine helle Leuchte war...

Aber zum Glück ging es für mich weiter und ich habe gelernt ein Gefühl für Zahlen zu entwickeln - auch wenn ich manchmal gegenrechnen lasse...

Ende 2013 schloss ich meine Ausbildung zur Biologielaborantin bei der Firma Bayer ab. Gleich danach wurde ich freundlich in meiner Abteilung Protein Technologies empfangen und seitdem arbeite ich dort in der Expression, Reinigung und Biophysik.

Ich weiß noch, dass ich mich dann bei Jappy angemeldet habe um neue soziale Kontakte zu finden - vor allem wollte ich feiern gehen und die Tatsache - ich war Single zu dem Zeitpunkt als ich nach Berlin gezogen bin und schließlich bin ich ja nicht umsonst in die Hauptstadt gezogen...

Im Nachhinein denke ich so - ich habe echt freakige Menschen kennengelernt, aber alle waren auf ihre Weise echt toll drauf. Und ich frage mich gerade, ob ich mich jetzt nochmal bei Jappy anmelden würde - wohl kaum oder vielleicht doch???

So verschlug es mich in diverse Clubs bzw. Partyreihen wie zum Beispiel K17, Dekadance, Biomechanik, etc. - Partys, die es leider nicht mehr gibt...

Oder zu den Emos/Goths an den Alexander Platz - gibt es meines Erachtens auch nicht mehr...

Damals als Cybergoth noch unterwegs, war das für mich das Paradies - ich habe es geliebt - zu tanzen nach Dark Electro, Industrial, Aggrotech, etc. Und ich liebe noch heute die Musik - auf Spotify laufen diverse Playlists hoch und runter.

Im November 2010 bin ich mit Matze zusammengekommen und so haben wir entweder gemeinsam Party in Berlin oder in Leipzig gemacht oder - das gab es auch öfters - alleine, jeder für sich. Erst Ende 2012 ist Matze zu mir nach Berlin gezogen...

Und wir wohnten über ein Jahr in meiner Ein-Raum-Wohnung bevor wir uns eine größere gesucht haben - keine schlechte Entscheidung wie es das Jahr zeigen sollte.

Auf den Partys habe ich tolle Menschen kennengelernt.

Mancher Kontakt hielt ein paar Jahre, dann war es Zeit Abschied zu nehmen, weil man sich nicht so auf der richtigen Wellenlänge gesehen hat oder weil die Chemie einfach nicht passte. Bei Einigen frage ich mich heute noch, warum kein Kontakt mehr besteht, aber es war sicherlich irgendwie vorhergesehen vom Universum.

Bei manchen frage ich mich - ab und an - was sie wohl machen, vor allem bei Laura, Jon, Chris, Vanessa, Tine. Nicht zu vergessen - Mandy - seit der 7. Klasse eine sehr gute Freundin... Ab und an vermisse ich solche Freundschaften, denn bis heute habe ich nicht annährend so eine tolle Freundschaft gehabt - aber ich behalte sie mir in guter Erinnerung.

Bei Tine - damals auch als Krümel bekannt - habe ich jedoch seit 2020 wieder Kontakt nachdem dieser ca. 6 Jahre im Stillstand war.

Einige Menschen wie zum Beispiel Anni, Silvio, Falco, Steph, Steff oder Robi und auch Pia sind noch heute in meinem/unseren Leben und zählen zu guten Freunden.

Anni und Silvio waren unsere Trauzeugen und Falco hat die Traurede zu unseren Freien Trauung gehalten. Steph und Steff waren Gäste zu unserer Hochzeit - perfekter ging es nicht. DANKE!!! Pia und ich sehen uns nur auf Festivals, da wir eine große Distanz innerhalb von Deutschland haben. Und durch Corona fiel das diesjährige Treffen leider aus -

wobei wir sehen uns zu meinem 30. Geburtstag! Aber wir kennen uns schließlich seit 2008 auf dem Zita Rock in Berlin und haben regelmäßigen Kontakt.

Das war damals ein tolles Festival, gibt es leider auch nicht mehr.

Ich persönlich weiß, dass ich nicht so viele Freunde habe, aber ich weiß, dass ich mich auf diejenigen verlassen kann und dass ich jeder Zeit ihnen schreiben kann.

Dafür bin ich ebenfalls dankbar.

Wer jetzt denkt: "OHA!" - JAAAAA - so bin ich damals sehr gerne herumgerannt - als Cybergoth. Heute bevorzuge ich eher das elegante, alternative Schwarz.

Dann gibt es Menschen mit denen ich nichts mehr zu tun haben möchte, weil sie mich ausgenutzt haben und seelisch fertig gemacht haben.

Dazu zählen vor allem Menschen, aus meinem Leben vor 2010 - aber auch in den 10 Jahren habe ich hier schwarze Schafe kennengelernt, die mich ausgenutzt haben!

Einige folgen mir sogar auf Instagram und da bin ich ehrlich, da haben sie genug von mir zu sehen, da muss es nicht noch privat sein - den Großteil von diesen Menschen, habe ich aber blockiert...

Auf der Suche nach alten Bildern bin ich vier Festplatten durchgegangen und ich muss sagen, ich musste echt Lachen! Crazz wie man sich verändert hat...

Angefangen mit 2006 bis heute. Wobei ich sagen muss, ich LIEBE noch immer die hochtupierten Emo-Haare... Grün/Türkis/blau sind meine Farben und ich komme gerne darauf immer zurück. So komplett schwarz trage ich meine Haare schon lange nicht mehr.

Wobei aus den Jahren 2012 | 2013 | 2014 konnte ich leider nicht so viele Bilder finden - es müssten die Jahre/"Phase" mit Extentions in Rot/pink/schwarz und türkis/blau/schwarz gewesen sein...

Aber es ist erstaunlich wie oft ich meine Haare verändert und gefärbt habe - schaut selbst:

Anfangs war ich in diversen Fitnessstudios wie FitnessFirst oder McFit angemeldet - später dann SuperFit, habe jedoch es immer wieder gemerkt, dass das absolut nicht mein Sport ist. Ich habe mich gelangweilt...

2015 habe ich dann die (Hass)Liebe in Poledance gefunden und da bin ich tatsächlich immer noch, wobei ich nicht mehr richtig Poledance/Polefitness mache, sondern eher mein Herz 2019 an Exotic Pole verloren habe.

Zusätzlich kam dann 2020 der Hoop Dance dazu, wo ich definitiv mein Herz und meine Seele verloren habe.

Lasse ich nun innerlich diese 10 Jahre Revue passieren, denke ich mir: wo ist die Zeit hin?

Hätte ich vielleicht viel mehr "leben" sollen/können/müssen??? Mal Drogen ausprobieren oder wechselnde Partner haben, keine feste Beziehung???

Ich weiß, dass Berlin so eine Art Hass-Liebe ist, denn ab und an fühle ich mich nicht sehr wohl und dann wiederum liebe ich es hier zu leben in meinem kleinen süßen Reinickendorf.

Matze und ich sind auch fast 10 Jahre zusammen und glaubt mir - nicht immer war alles rosig. Öfters habe ich wegen ihm geweint und hatte Zukunftsängste, weil er mal wieder die Probezeit nicht bestanden hat. Aber irgendwie ging es immer weiter - vor allem auch - dass uns unsere Familien in diversen Situationen immer geholfen haben. Dafür sind wir dankbar!

Aber ich glaube, es ging bei mir "Bergauf" bzw. es wurde sicherer als ich 2015 meinen Festvertrag unterschrieben habe und somit eine gute Perspektive habe.

Meine beste Entscheidung war es diesen Weg zur Biologielaborantin zu gehen, in Berlin, bei Bayer und dann das große Glück in der Abteilung Protein Technologies zu landen.

Ich gehe gerne zur Arbeit und liebe das, was ich mache.

Vor allem sind da aber auch der Großteil meiner Arbeitskollegen verantwortlich, die mir ein Gefühl von Familie und Zusammenhalt geben. Wir haben geweint zusammen, gelacht, privat geredet und Geheimnisse anvertraut. Und dies Alles möchte ich nie wieder missen.

Auch die Entscheidung einen neuen Weg einzuschlagen in Richtung Make Up Artist bereue ich nicht - wobei ich derzeit denke, dass ich dies eher für mich persönlich gemacht habe.

Auch nicht schlimm!

Ich bereue es nicht vier Samtpfoten meine Familie zu nennen und diese wie meine eigenen Kinder zu behandeln.

Ebenfalls bereue ich es nicht geheiratet zu haben und auch keine Kinder zu wollen.

Ich bereue es nicht in Reinickendorf seit über 7 Jahren zu in einer Mietwohnung zu wohnen, obwohl wir schon öfters mal nach neuen Wohnungen gesucht haben. Wir werden in nächster Zeit nicht umziehen - nicht nur der Grund, dass man sich hier die Mieten nicht mehr leisten kann oder besser gesagt will. Ein ganz besonderer Grund dafür sind tolle Nachbarn - die nicht nur immer die Pakete annehmen, sondern weil wir bereits tolle Abende mit einigen verbracht haben. Und dafür sind wir auch dankbar.

In Zeiten von Corona freut man sich über jeden einzelnen sozialen Kontakt.

Was ich eventuell bereue, dass ich damalige Freundschaften nicht sehr gut gepflegt habe und vielleicht nicht um alle dieser gekämpft habe als der Kontakt abgebrochen ist bzw. von Zeit zu Zeit weniger geworden ist. Bei vielen Freundschaften sah ich auch einiges als selbstverständlich an.

Vielleicht war es auch der "Plan" und diese Freundschaft wäre eh zum Scheitern verurteilt gewesen, da man sich doch verändert hat, nicht mehr so ganz naiv war und einfach Erwachsen geworden ist.


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